Kindheit
1961 wurde ich glücklicherweise geboren, sicherlich nicht der Einzige damals, aber mit mir hatten meine Eltern und meine zwei älteren Geschwister am meisten Freude (dies sollte später mehr in Sorge umschlagen).
Ich begann bereits in frühester Kindheit zu malen. Das machen viele Kinder, doch ich hörte nicht auf damit.
Zeichnen, malen, lesen und Fußball waren für mich nicht Zeitvertreib sondern Leidenschaft. Anders die Zeit in der Schule, dort schaffte mein "Vertreib" Leid bei den Lehrern.
In die Schule kam ich zu einer Zeit, als die meisten Pädagogen noch der Ansicht waren, dass nur mit der "schönen" Hand geschrieben werden darf. Meine Mutter erklärte der Lehrerin, dass ich mir auch die linke Hand gewaschen habe - eine Hand wäscht die Andere. Die zuständige Lehrerin überhörte dieses Wortspiel geflissentlich und redete meiner Mutter ein, dass es besser für mich sei, mit der rechten Hand zu schreiben, da ich es dann später im Leben leichter haben würde. Dies war allerdings erst in der zweiten Klasse Volksschule, da ich schon im Kindergartenalter schreiben konnte, traf mich dies schon besonders hart.
Meine falsche Hand wurde mir, da ich nicht freiwillig die "Schöne Rechte" benutzen wollte, rückwärts an den Stuhl gebunden. Es half trotzdem nichts, an der Tafel schrieb ich weiterhin mit der Linken. Mein Vorsprung gegenüber anderen Schülern war allerdings verloren gegangen.
Viele Erwachsene, Lehrer und andere Autoritäten mussten später für diese Vergewaltigung, die mir widerfahren war, mit einem, sagen wir mal - etwas schwierigen Wilfried - umgehen lernen. Taten sie es nicht, so war es auf jeden Fall nicht mein Problem.
Es war sicherlich ein entscheidendes Erlebniss meiner Kindheit, das mich nachhaltig prägte. Ich lernte aber durchzuhalten, auch wenn es für mich nicht immer von Vorteil war. Ich hege keinen Groll auf diese Lehrerin, glaubte sie ja doch wirklich an das, was sie tat, sie wollte mir nicht wirklich schaden.
Mir ist damit zwar die Schule vermiest worden und frühzeitig einer meiner Berufswünsche im Keim erstickt - die Schule besuchte ich wohl weiterhin - es blieb aber wie bei manch Verwandtschaftsbesuchen eine leidenschaftslose Affaire.
Soweit ich mich zurückerinnere war einer meiner Berufswünsche Maler zu werden. Die anderen zwei waren Profifußballer und Wissenschafter - über den genaueren Zweig der Wissenschaft machte ich mir als Kind keine Gedanken (da sowieso nichts daraus wurde, war das auch unwesentlich). Mein Interesse galt der Mathematik, ging über die Philosophie bis hin zum "Mumienausgräber". Archeologe wurde mir erst später zum Begriff. Mit dem Fußball wurde nichts, da fehlte es mir zwar nicht an Talent, aber an Disziplin.
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Beim Fußball 1971


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