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Jugend

Vorerst wurde nichts aus meinen Berufswünschen. In die Schule wollte ich nach der Pflichtschule nicht mehr (Disziplin und Pflicht waren nicht so mein Ding, ich wollte leben.) Also begann ich, da ich nichts Besseres fand, eine Lehre als Karosseur, die ich auch abschloss, aber mir nie Freude bereitete.

In der Schule hatten wir einmal so eine Art Berufsinformation, da war auch einmal die Rede von dem Beruf des Karosseurs, die Kreativität wurde dabei besonders hervorgehoben. Wieder habe ich erfahren, dass nicht alles wahr ist, was den Schülern erzählt wird. Als ich die ersten Kotflügel eines Kundenautos nach meinen Vorstellungen ummodellierte, wurde ich nicht wie ein kreativer Geist behandelt, vielmehr versuchte man meine "Dummheit auf die langen Haare zurückzuführen und als ich eines Tages anstatt der Lackierpistole (no arms - flower power) den Pinsel nahm und Blumen aufs Auto pinselte - es war während der Osterzeit - wurde meine Jause nach Drogen durchsucht. Den geriebenen Kren, den ich mit hatte konfizierte man gleich als verdächtig.

Viel erlebte ich in meiner Lehre und viel erlebten meine Vorgesetzten mit mir. So auch als ich einmal die Firma in Brand setzte. Ich tat dies nicht mit Absicht, es war wirklich Dummheit und Pech zugleich. Mein Geselle hatte mir oft vorgezeigt, wie sich ein brennendes Zündholz verhält, wenn man es in das Nitrogefäss, in dem die Pinsel eingeweicht waren, warf. Jedes mal löschte es aus. Niemals entflammte die "feuerfeste" Flüssigkeit.

Ich saß inmitten solcher Pinselbehälter am Lackiertisch, als ein Lehrling der Mechaniker kam und fassungslos sah, dass ich rauchte, er sah schon alles in Flammen aufgehen. Beschwichtigend zeigte ich ihm den "Zündholztrick", Pech, er funktionierte nicht. In meiner Panik warf ich beim ersten Löschversuch einige der Behälter um, wobei sich ein Teil der brennende Flüssigkeit über ein frisch lackiertes Auto ausbreitete, eine wirkliche "Einbrennlackierung".

Dann ging alles sehr, sehr schnell. Die ganze Lackiererei war in Rauch und Flammen getaucht. Lackdosen explodierten, Die "Auf Putz" verlegten Stromkabel schmolzen, die Sicherungen flogen und der Betrieb war ohne Strom. Zum Glück, denn so kamen viele Arbeiter aus der Mechanikerabteilung und irgendwie konnten sie der Flammen Herr werden, während ich in der Zeit ziemlich planlos im Kreis lief.

Pablo Neruda schrieb ein Buch mit dem Titel "Ich bekenne ich habe gelebt", das konnte ich in diesem Moment von mir nicht behaupten. Ich starb beinah vor Scham, meine sonstige Coolness war weit, weit weg, auf einem anderen Stern - wohin ich auch gerne geflüchtet wäre.

Trotzdem "durfte" ich in der Firma bleiben. Dies wunderte mich, wo ich doch miterlebte, dass manche Lehrlinge gekündigt wurden ohne dass sie solchen Blödsinn verzapft hatten.

Später übte ich mich in verschiedensten beruflichen Bereichen und musste feststellen, all dies machte mich nicht glücklich. Was mich aber glücklich machen würde, wusste ich auch nicht. In diesen Jahren lebte ich sehr exzessiv und genoss die Ausschweifungen in vollen Zügen (nicht dienstlich gemeint, als ÖBB Beamter war dies nicht möglich, Sie wissen schon - Disziplin und Pflicht!)

Ich denke es geht vielen Menschen wie es mir ergangen ist - einen Job zu machen, etwas Geld zu verdienen, und sich immer wieder fragen wofür?, warum? - Wenn ich nicht schon gestorben wäre oder mich hätte sterben lassen, würde ich dies wahrscheinlich heute noch tun und wenn ich nicht das Glück gehabt hätte, Mut in die Wiege gelegt zu bekommen, würden Sie gar nichts von mir wissen, so aber will ich weiter erzählen wie es mir erging, als ich dieses eine Geschenk von vielen in die Hand nahm.


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Auf Reisen in den 80iger Jahren